Die ersten sicheren Hinweise auf die Existenz einer Schule in Nordkirchen gibt es nach Aussagen der Historikerin Frau Alfing, die im Auftrag der Gemeindeverwaltung Forschungen zur Geschichte der Schule unternahm, bereits in Aufzeichnungen aus dem 17. Jahrhundert. Bis zur Entstehung der heutigen Mauritiusschule am jetzigen Standort haben sich die Lage des Schulgebäudes und das Aussehen des Schulwesens häufig geändert.

Im Jahre 1953 wurde auf Grund steigender Schülerzahlen und der renovierungsbedürftigen Räumlichkeiten der katholischen Knaben- und der katholischen Mädchenschule ein Antrag auf Einrichtung einer achtzügigen Volksschule an der Mauritiusstraße 11 gestellt. Am 2. Mai 1955 konnten nach Beendigung des ersten Bauabschnittes vier Klassenräume, weitere Verwaltungsräume und eine Dienstwohnung ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Schule erhielt den Namen des heiligen Mauritius, des Schutzpatrons der katholischen Gemeinde. Im Februar 1960 begannen die Arbeiten des zweiten Bauabschnittes und das Gebäude wurde um drei Klassen und einen Gymnastikraum erweitert.

Am 1. März 1968 traten die Gesetze zur Neuordnung des Schulwesens in Kraft, die die bisherige Volksschule aufteilten in eine Grundschule mit den Jahrgängen 1 bis 4 und in eine Hauptschule mit den Jahrgängen 5 bis 9. Da die Schulgebäude in den Ortsteilen Südkirchen und Capelle ebenfalls nicht groß genug waren, um eine eigenständige Hauptschule aufzunehmen, wurden die vier Klassen des 5. und 6. Jahrgangs in Südkirchen, die Jungen des 7. bis 9. Jahrgangs in drei Klassen in Capelle sowie die Mädchen der gleichen Jahrgänge in Nordkirchen unterrichtet. 1970 und 1971 wurden auf dem Schulhof zweiklassige Pavillons eingerichtet, in denen die Capeller Hauptschüler Platz fanden. Somit waren die Grundschule und die neue Gemeinschaftshauptschule an der Mauritiusstraße unter einem Dach. Um die Klassen der Hauptschule endgültig zusammenzuführen, wurde ein Plan für den Neubau einer zweizügigen Hauptschule entwickelt und am 9. September 1974 konnte das neue Gebäude am Gorbach bezogen werden.

1996 deuteten die steigenden Anmeldezahlen der Grundschule und die prognostizierten Zahlen des Schulentwicklungsplans daraufhin, dass sich die Schule von einer Zweizügigkeit zu einer Dreizügigkeit entwickeln wird. Um dem daraus resultierenden Raummangel zu begegnen, beschloss der Rat am 20.09.1997, die Grundschule um 6 Unterrichtsräume und ein Forum zu erweitern. Im Rahmen eines Architektenwettbewerbs, der sich auf ortsansässige Architekten beschränkte, wurde der Plan von der Architektin Frau Wetter-Raab nominiert. Er sah einen eigenständigen Anbau als Rundbau vor, der durch einen breiten Flur mit dem Altbau verbunden war. Dieser Entwurf fand die mehrheitliche Zustimmung des Gemeinderates in der Sitzung am 5.2.1998. Nach einer einjährigen Bauphase konnten Schüler und Lehrer am 19. Oktober 1999 in den Neubau einziehen. Am 03.12.1999 wurde dieser in einem festlichen Akt eingeweiht und der Öffentlichkeit nachmittags in einem Tag der offenen Tür vorgestellt.

Leider sind die Schülerzahlen in den letzten fünf Jahren durch die geburtenschwachen Jahrgänge im Kreis Coesfeld und vor Ort stark rückläufig, sodass die Schule inzwischen in allen Jahrgängen in der Regel zweizügig ist.